
Bioverfügbarkeit vs. Nährstoffgehalt: Warum "drin" nicht "verfügbar" bedeutet
Viele Milligramm auf der Verpackung heißen nicht automatisch, dass sie auch im Körper ankommen. Erfahre, was hinter Bioverfügbarkeit steckt, welche Faktoren die Nährstoffaufnahme beeinflussen und warum Fermentation dabei eine besondere Rolle spielt.
Kurzantwort: Der Nährstoffgehalt gibt an, wie viel eines Vitamins, Mineralstoffs oder Pflanzenstoffs in einem Lebensmittel oder Präparat enthalten ist. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie viel davon der Körper tatsächlich aufnehmen und verwerten kann. Ein Produkt mit niedrigerem Nährstoffgehalt, aber hoher Bioverfügbarkeit, kann im Ergebnis vorteilhafter sein als ein Produkt mit hohem Gehalt und geringer Aufnahme.
Ein Blick auf die Nährstofftabelle zeigt, wie viel Vitamin C, Eisen oder Magnesium in einem Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel steckt. Was die Tabelle nicht zeigt: wie viel davon der Körper überhaupt verwerten kann. Genau das ist der Unterschied zwischen Nährstoffgehalt und Bioverfügbarkeit – ein Unterschied, der oft übersehen wird, aber maßgeblich entscheidet, in welchem Umfang ein Nährstoff im Körper zur Verfügung steht.
Definition: Was bedeuten Nährstoffgehalt und Bioverfügbarkeit?
Nährstoffgehalt bezeichnet die Menge eines Nährstoffs in einem Lebensmittel oder Präparat, beispielsweise angegeben in Milligramm (mg) oder Mikrogramm (µg) pro Portion.
Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil eines aufgenommenen Nährstoffs, der tatsächlich resorbiert und vom Körper genutzt werden kann. Sie wird üblicherweise in Prozent angegeben und ist je nach Nährstoff, Lebensmittel und Person unterschiedlich hoch.
Merksatz für die Praxis: Nährstoffgehalt beantwortet die Frage „Wie viel ist drin?“. Bioverfügbarkeit beantwortet die Frage „Wie viel kommt an?“. Für die tatsächliche Verfügbarkeit im Körper ist insbesondere die zweite Frage entscheidend.
Warum ist die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen begrenzt?
Nicht jeder Nährstoff, der über die Nahrung aufgenommen wird, gelangt anschließend auch vollständig ins Blut. Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt wirken mehrere Faktoren, die die Aufnahme einschränken können:
- Nährstoffmatrix: Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe liegen in pflanzlichen Zellen häufig in komplexen, schwer zugänglichen Strukturen vor.
- Löslichkeit: Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden zusammen mit Fett aus der Mahlzeit besser resorbiert.
- Hemmstoffe (Antinutritiva): Natürliche Stoffe in Lebensmitteln, die die Aufnahme bestimmter Nährstoffe verringern können. Phytinsäure oder Oxalsäure können zum Beispiel die Aufnahme von Eisen, Zink oder Kalzium reduzieren.
- Verarbeitung und Zubereitung: Beim Kochen oder durch industrielle Verarbeitung können insbesondere hitzeempfindliche und wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C oder einige B-Vitamine teilweise verloren gehen.

- Darmgesundheit, Mikrobiom und individuelle Faktoren: Alter, Verdauungsleistung und die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen zusätzlich, wie effizient ein Mensch Nährstoffe aufnehmen kann.
Fermentation als Hebel für mehr Bioverfügbarkeit
Einer der wirksamsten natürlichen Ansätze, um die Bioverfügbarkeit von Pflanzenstoffen zu erhöhen, ist die Fermentation.
Was ist Fermentation? Fermentation ist die Umwandlung organischer Stoffe durch Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, Hefen oder Schimmelkulturen. Ursprünglich diente sie der Haltbarmachung von Lebensmitteln, heute weiß man: Sie kann zudem die Struktur, das Nährstoffprofil und die Verdaulichkeit der behandelten Rohstoffe verändern.

Während des Fermentationsprozesses spalten die eingesetzten Kulturen komplexe Pflanzenbestandteile in kleinere, besser zugängliche Bausteine auf – etwa in bioverfügbare Mikrofasern sowie prä- und postbiotische Metabolite. Dadurch können bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Antioxidantien vom Körper leichter aufgenommen werden als aus nicht fermentierten Rohstoffen. Bekannte Beispiele liefern traditionell fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Kefir und Sauerteigbrot.
Fibriotics® & Berriotics®: Die fermentierte Kraft in Vitabalance®
Um die Inhaltsstoffe in ihrer wertvollsten Form anzubieten, setzen wir bei Vitabalance® auf die patentierten Fermentationskomplexe Fibriotics® und Berriotics® des renommierten Rohstoffherstellers Fermedics®.
Fibriotics® ist eine Komposition aus 36 fermentierten Obst- und Gemüsesorten. Durch das vierstufige Fermentationsverfahren mit unterschiedlichen Kulturstämmen wird das Potenzial der Inhaltsstoffe freigesetzt.
Berriotics® besteht aus einer Mischung aus zehn fermentierten Beeren. Auch hier kommt das bewährte Mehrstufen-Fermentationsverfahren zum Einsatz.
Beide Komplexe sind eingetragene Marken von Fermedics® – einem Unternehmen, das sich der Entwicklung und Produktion hochwertiger Fermentkomplexe verschrieben hat.
Wie lässt sich Bioverfügbarkeit im Alltag zusätzlich verbessern?
| Ansatz | Wirkweise | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
| Kombination mit Fett | Verbessert die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) | Karotten oder Kürbis mit etwas Öl zubereiten |
| Fermentation | Spaltet komplexe Pflanzenstoffe in besser zugängliche Bausteine auf | Sauerkraut, Kefir, fermentierte Konzentrate |
| Kombination mit Vitamin C | Verbessert die Aufnahme von pflanzlichem (Nicht-Häm-)Eisen | Spinat mit Zitronensaft kombinieren |
| Schonende Zubereitung | Erhält hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C und B-Vitamine | Dampfgaren statt langen Kochens |
| Ausgewogenes Mikrobiom | Unterstützt die Nährstoffresorption insgesamt | Ballaststoffreiche, vielfältige Ernährung |
Häufige Irrtümer rund um Nährstoffgehalt und Bioverfügbarkeit
Irrtum 1: „Je mehr Milligramm auf der Verpackung, desto besser für den Körper.“
Ein hoher Nährstoffgehalt allein sagt wenig aus, wenn der Körper den Nährstoff nicht aufnehmen kann. Entscheidend ist die tatsächliche Resorption, nicht allein die deklarierte Menge.
Irrtum 2: „Natürliche Nährstoffquellen sind grundsätzlich besser bioverfügbar als verarbeitete.“
Das stimmt nicht pauschal. Eine hochwertige Fermentation kann die Bioverfügbarkeit von Pflanzenstoffen sogar verbessern, während andere Verarbeitungsarten sie verringern.
Irrtum 3: „Bioverfügbarkeit ist bei allen Menschen identisch.“
Individuelle Faktoren wie Darmgesundheit, Alter oder die gleichzeitige Einnahme anderer Stoffe beeinflussen, wie viel ein einzelner Mensch von einem Nährstoff tatsächlich aufnimmt.
Fazit
Der Nährstoffgehalt auf einer Verpackung ist nur die halbe Wahrheit. Ob ein Vitamin, Mineralstoff oder Pflanzenstoff im Körper tatsächlich ankommt, hängt von Nährstoffmatrix, Zubereitung und Verarbeitung ab. Fermentation zählt zu den wirksamsten natürlichen Verfahren, um die Bioverfügbarkeit von Pflanzenstoffen zu verbessern – ein guter Grund, sowohl bei fermentierten Lebensmitteln als auch bei Nahrungsergänzungsmitteln genauer auf das Verarbeitungsverfahren zu achten.
Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
Häufige Fragen zu Bioverfügbarkeit und Nährstoffgehalt
Was ist der Unterschied zwischen Nährstoffgehalt und Bioverfügbarkeit?
Der Nährstoffgehalt gibt an, wie viel eines Nährstoffs enthalten ist. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie viel davon der Körper tatsächlich aufnehmen und verwerten kann.
Warum kann der Körper nicht alle enthaltenen Nährstoffe aufnehmen?
Faktoren wie Nährstoffmatrix, Löslichkeit, Hemmstoffe, Zubereitungsart und Mikrobiom begrenzen, wie viel eines Nährstoffs tatsächlich resorbiert wird.
Wie verbessert Fermentation die Bioverfügbarkeit von Pflanzenstoffen?
Mikroorganismen spalten komplexe Pflanzenbestandteile in kleinere, leichter zugängliche Bausteine auf. Dadurch können bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Antioxidantien leichter aufgenommen werden.
Ist ein höherer Nährstoffgehalt automatisch besser?
Nein. Ein hoher Nährstoffgehalt ist nur dann von Bedeutung, wenn der Nährstoff auch bioverfügbar ist.
Welche Rolle spielt die Zubereitung für die Bioverfügbarkeit?
Manche Vitamine benötigen Fett zur Aufnahme, andere sind hitzeempfindlich. Schonendes Garen oder die Kombination mit Fett kann die Aufnahme verbessern.
Sind fermentierte Nahrungsergänzungsmittel besser bioverfügbar?
Das hängt vom eingesetzten Verfahren ab. Hochwertige, mehrstufige Fermentationsprozesse mit definierten Kulturstämmen zielen gezielt darauf ab, Pflanzenstoffe besser bioverfügbar zu machen.
Welche Nährstoffe hemmen sich gegenseitig bei der Aufnahme?
Phytinsäure aus Getreide und Hülsenfrüchten sowie Oxalsäure aus Spinat oder Rhabarber können die Aufnahme von Eisen, Zink oder Kalzium reduzieren.